Erfahrungsbericht im Projektbüro der FNF in São
Paulo/Brasilien

Mein Wunsch, ein Praktikum bei der Friedrich Naumann Stiftung in São Paulo
zu absolvieren, beruhte auf zwei Gründen:
Mein Studium „Global Management“ bezieht sich auf Schwellen- und Entwicklungsländer,
und speziell auf Brasilien. So empfand ich es als wichtig, auch die politische
Seite des Landes näher kennen zu lernen und das politische System Brasiliens
mit seinen Strukturen und Vorgehensweisen zu verstehen. Zudem war es mir
wichtig, die tägliche Arbeit des Projektbüros zu begleiten und zu unterstützen und
dabei die Art und Weise der Umsetzung von liberalem Gedankengut und liberaler
Politik in Brasilien kennen zu lernen.
Die Tätigkeiten meines dreimonatigen Praktikums bezogen sich auf die
Unterstützung der täglichen Arbeit im Projektbüro. Darunter fielen die organisatorische
Unterstützung von Veranstaltungen, die Aufbereitung von Artikeln für die
Internetseite, das Zuarbeiten zur Erstellung von Power Point Präsentationen,
die Übersetzung von portugiesischen Seminarberichten in die Deutsche Sprache
für die Buchhaltung sowie die eigenständige Anfertigung einer Power Point-Präsentation
basierend auf der Publikation des Projektleiters, Rainer Erkens, mit dem Titel:
„Doze regras simples para se tornar um
político bem-sucedido“ („Zwölf einfache Regeln, um ein erfolgreicher
Politiker zu werden“).
Darüber hinaus konnte ich den Projektleiter und die Projektassistentin auf verschiedenen
Veranstaltungen begleiten. Dabei konnte ich auch mit Mitgliedern, Stadträten
und Abgeordneten des Landesverbands der Jugendorganisation der Democratas, Juventude Democratas, in Kontakt treten, was mir ein besseres Verständnis
für die Veranstaltungen und der Arbeit der Juventude
Democratas gab.
Um den internationalen Austausch noch weiter zu fördern, entwarf ich während
meiner Praktikumszeit eine brasilianische Informationsbroschüre für Brasilianische
Studenten, die daran interessiert sind bei der FDP in Deutschland ein Praktikum
zu absolvieren, um einen Einblick in die Arbeit der deutschen Politik und der
FDP zu bekommen. Zudem habe ich einen Praktikanten-Guideline geschrieben, um
den künftigen Praktikanten des Projektbüros der Stiftung in Brasilien eine kleine
Hilfestellung zu geben, damit sie sich besser in der Metropole São Paulo
einleben können.
Eine der Schwerpunktsetzung des Projektbüros Brasilien, wie oben bereits erwähnt,
ist das Arbeiten mit der Juventude
Democratas und der Mutterpartei, Democratas,
das ich persönlich für sehr wichtig finde und für den richtigen Schritt halte,
um langfristig die Arbeit und die Ziele der FNF auszubauen und liberales
Gedankengut zu implementieren. Denn auch ich denke, dass die engagierte
politische Jugend das Potenzial hat, die politische Struktur positiv in den
kommenden Dekaden zu beeinflussen und somit auch von innen heraus ein stabiles
und aufrichtiges System im Sinne des “Good Government“ aufzubauen.
Gute Portugiesischkenntnisse sowie selbstständiges Arbeiten sind
Voraussetzung, um das Praktikum bestmöglich nutzen zu können. So haben meine
nicht ganz ausreichenden portugiesischen Kenntnisse meine gewünschte Arbeit
teilweise behindert.
Für kommende Praktikanten kann ich empfehlen, schon mit eigenen
Themenvorschlägen an das Projektbüro heranzutreten, um eine Hauptaufgabe während
der Praktikumszeit zu erarbeiten.
Das Team des Projektbüros Brasilien arbeitet sehr harmonisch zusammen und
hat sich auf die kulturellen Gegebenheiten sehr gut eingestellt. Darüber hinaus
ist die Arbeit mit den Vorgesetzten und Kollegen sehr wissensreich.
Ich danke dem Projektbüro der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in
Brasilien für die Unterstützung, die brasilianische Politik besser zu verstehen
und vor allem, Einblicke in die Umsetzung liberaler Politik in Brasilien zu
bekommen.
São Paulo, 30.05.2009
Martin Wohlsein